Das Persönlichkeitsmodell Enneagramm erläutert anhand von neun Persönlichkeitstypen menschliche Wahrnehmungsmuster, Motive und Verhaltensweisen.

Das Enneagramm-Modell verfolgt die positive Absicht, ein besseres Verständnis für menschliches Verhalten zu entwickeln und Möglichkeiten der Annäherung zu schaffen.

Das Modell ist gesamthaft betrachtet fast zweitausend Jahre alt, es schließt Erkenntnisse von Philosophen der Antike, Spirituellen Gelehrten unterschiedlicher Religionen und Psychologen aus unserem Zeitalter ein.

Es hat seinen Ursprung im Nahen Osten und wurde viele Jahrhunderte mündlich überliefert. Anfang des letzten Jahrhunderts kam es über George Gurdjieff nach Lateinamerika zu Oscar Ichazo, von dort zu Claudio Naranjo und schließlich zu David Daniels und Helen Palmer, die seit den 1960er Jahren in den USA Enneagrammstudien betreiben.

Das Enneagramm ist ein heuristisches Modell. Es basiert auf Beobachtung, Erfahrungsaustausch und der Weitergabe von Wissen über Länder-, Kulturgrenzen und Epochen hinaus. Zusätzlich wird es seit etwa fünfzig Jahren auch empirisch erforscht und belegt. Das Enneagramm, wie wir es heute verwenden, ist ein psychologisch-spirituelles Erkenntnis- und Entwicklungsmodell.

In Deutschland hat die Veröffentlichung des Buchs von Andreas Ebert und Richard Rohr 1989 zu einer größeren Verbreitung und Beobachtung des Modells geführt, zunächst in kirchlichen und Non-profit-Organisationen, später auch in der freien Wirtschaft. Das Buch von Simone May zum Enneagramm im Business ist 2014 erschienen. Inzwischen nutzen große, internationale Unternehmen die Weisheit des Enneagramms und bestätigen, dass die Zusammenarbeit konstruktiver und produktiver wird, wenn offen mit den neun Persönlichkeitstypen umgegangen wird und (auch über Gefühle) gesprochen wird.

Das Enneagramm versus MBTI-Modell

Das Enneagramm-Modell ist einzigartig und gehört zu einem der tiefgründigsten und komplexesten Systeme, mit der man die menschliche Persönlichkeit differenzieren kann. Doch vielleicht erscheint Ihnen das Enneagramm einfacher als andere motivorientierte Persönlichkeitsmodelle, wie beispielsweise der weit verbreitete Myers Briggs Typen Indikator (MBTI-Modell), der 16 Typen differenziert, oder das Reiss-Profil, das Menschen anhand von Polaritätenprofilen aus 16 gegensätzlichen Motivpaaren darstellt. Der MBTI korreliert mit dem Enneagramm, das hat schon vor Jahrzehnten die Enneagramm-Pionierin Helen Palmer nachgewiesen. Eine  Studie der Hochschule Fresenius bestätigte dies erneut. Das Reiss Profil hat einen methodisch ganz anderen Ansatz. Hier geht es nicht um die Weiterentwicklung, sondern um die Abbildung dessen, was gerade ist.
Das Enneagramm kann mehr. Gerade die Vielschichtigkeit, Tiefgründigkeit und Komplexität des Enneagramms bringt jene, die über das erste grobe Raster der neun Typen den Einstieg zum Modell gefunden haben, zum Staunen. Im Unterschied zu allen anderen kognitiven Modellen berührt es Menschen auf der Gefühlsebene. Und es zeigt nicht nur auf, was ist und woher es kommt. Sondern eben auch, welche Wege zur Persönlichkeitsentwicklung möglich sind. Personalentwicklung mit dem Enneagramm ist in jeder Hinsicht bereichernd.

Wenn Sie herausfinden wollen, welchen Enneagrammtyp Sie haben, empfehlen wir Ihnen ein Typisierungsinterview.

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